„Anpacken oder Mund halten“

„Anpacken oder Mund halten“

Interview 1 aus der Reihe “Macher hinterfragen”

Markus Teschner tanzt auf vielen Hochzeiten. Hauptberuflich arbeitet er für die Immowelt AG. Doch zusammen mit anderen hob er schon viele Projekte aus der Taufe, z.B. das OpenUp Camp, den CreativeMonday, Pecha Kucha… Privat und beruflich ist er mit Leidenschaft im Einsatz. Ein echter Macher: unser Netzwerker Markus Teschner.

 

1. Wo siehst du dich als Macher?Markus Teschner1 300x284 „Anpacken oder Mund halten“

Im CreativeMonday, Webmontag, OpenUp Camp. Aber da sind auch immer andere Leute mit dabei. Ich mach‘ das nicht alleine. Das ist ganz wichtig: Ich bin kein Einzelkämpfer. Beruflich – bin ich bei Immowelt. Und wenn ich kein Macher wäre, wäre das der falsche Job. Es geht darum immer wieder neue Sachen anzustoßen, zu verändern, Strukturen anzupassen.

 

2. Was hast du in der Vergangenheit noch alles gemacht? Denn in der Internetszene bist du ja quasi ein bunter Hund. Wie kam es dazu?

Während meiner Ausbildungszeit habe ich für neTVision gearbeitet, ein Startup für Livestreaming aus Nürnberg. Nach 10 Jahren hab ich eine berufliche Veränderung gesucht. So kam ich zu Immowelt, und Nürnberg wurde mein fester Wohnsitz. In Nürnberg habe ich mich dann umgeschaut und Kontakte gesucht. Da entdeckte ich den Webmontag und hab ihn später sogar von Florian Bailey übernommen, als er keine Zeit mehr hatte. So fing alles an…

 

3. Macht es einfach peng und die Ideen kommen bei dir von ganz alleine? Oder wie entstand zum Beispiel ein CreativeMonday?

In der Zentrifuge gab‘s an Wochenenden regelmäßige Treffen von Leuten, die überlegten, wie man die Szene in Nürnberg verbessern kann. Irgendwann ging es nur noch um Lobbyismus. Ich hab damals gemerkt, dass da andere auch unruhig wurden, und vorgeschlagen, dass wir uns in zwei Gruppen trennen. Die einen können im Lobbyismus weitermachen und wir gehen ins Doing. Ich habe so ein bisschen erzählt, was in der Web- und IT-Szene passiert. Da kam die Idee auf, dass wir den CreativeMonday ähnlich wie den Webmontag aufziehen. Für die Kreativ- und Kulturwirtschaft. Michael Schels und ich haben das Ding zusammen gestartet und weiterentwickelt. Man kann es also nicht pauschal sagen; manchmal sind es Ideen von anderen, oder gemeinsame Ideen oder meine eigenen.

 

4. Was machst du gerade so? Also beruflich?

Um das Unternehmen voran zu bringen, haben wir Immowelt Anfang des Jahres auf SCRUM umgestellt. Das ist uns, glaube ich, auch ganz gut gelungen. Wir haben alle Mitarbeiter einbezogen und hatten einen eigenen Coach, der uns begleitet hat. Mittlerweile sind wir im 10. Monat. Jeder der SCRUM eingeführt hat, weiß aber, dass das ein längerer Prozess ist. Jetzt geht es darum, dass Unternehmen weiter voran zu bringen. Das ist spannend und macht Spaß.

 

Markus Teschner2 185x300 „Anpacken oder Mund halten“5. Hast du als Macher in deiner „Freizeit“ wieder ein großes Projekt in Planung?

Also wir werden 2015 zusammen mit Tim Schikora, der OSBF (Open Source Business Foundation) und vielen anderen das OpenUp Camp zum zweiten Mal veranstalten, das Barcamp für Open Everything. Das heißt: Open Business, Open Technology, Open Education. Gerade ist die Nürnberg Web Week vorbeigegangen, wo ich auch, wie viele andere, ehrenamtlich mitgeholfen habe.
Neue Sachen sind die Interessenvertretung für die Kreativ- und Kulturwirtschaft. Discover me!, eine Crowdfunding Konferenz in Nürnberg. Dann auch noch die Startup Foundation, mit der wir die Startups im Großraum Nürnberg pushen wollen.

 

6. Mal ganz privat: Ist dein Tausendsassa-Leben nicht fürchterlich anstrengend? Oder liebst du den Trubel?

Projekte, die mir keinen Spaß machen, mach‘ ich nicht. Und alles andere macht mir Spaß und da ist das ja nichts Schlimmes. Man lernt immer neue Leute kennen und bekommt neuen Input. Somit ist es für mich Freizeit und keine Arbeit.

 

7. Was macht dein Geheimnis aus, mit den vielen Aufgaben, Erwartungen und Verpflichtungen klar zu kommen?

Mich belastet es nicht. Ich versuche es auf mehrere Leute zu verteilen. Das ist zwar am Anfang etwas mehr Arbeit, aber man bekommt Input und es geht immer weiter, auch wenn ich zum Beispiel mal krank bin.

 

8. Worin liegt deine Motivation? Was macht deine Leidenschaft zu all diesem Treiben aus? Und woher nimmst du deine Kraft?

Ich hatte früher die Chance auf der ganzen Welt zu arbeiten. Aber ich will in Nürnberg bleiben und es nicht „verraten“. Ich kann Leute nicht leiden, die ständig sagen, dass es in Nürnberg so scheiße ist. Ich finde es hier sehr angenehm. Wenn mir etwas fehlt, dann pack ich an oder halte den Mund. Weil ich eben weiterhin in Nürnberg wohnen will, pack ich halt an und finde meinen Frieden.

 

9. Und die große Frage am Ende: Was würdest du machen wollen, ganz abseits vom Bisherigen? Wenn du dich also ganz anders orientieren dürftest?

Irgendwas „Spinnertes“. Ich interessiere mich für Design und Architektur. Ich bin gerade sogar dabei eine private Designsammlung aufzubauen, mehr verrate ich noch nicht! Weil ich erst noch 2-3 Gespräche abwarten will. Wer aber Interesse hat in diesem Bereich etwas für die Metropolregion Nürnberg zu machen, kann sich gerne bei mir melden.

 

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Bild: Natalie Sevostianov/Hanzh Chang

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