Dein Eindruck auf 85 mal 55 Millimeter – Ein Plädoyer für die Visitenkarte

Dein Eindruck auf 85 mal 55 Millimeter – Ein Plädoyer für die Visitenkarte

Was ist das Wichtigste im Arbeitsleben? Talent, Geschäftsinstinkt? Manche sagen auch gutes Auftreten und vor allem Vitamin B. Leider hat nicht jeder von uns einen reichen Onkel aus Texas, der im richtigen Moment aushelfen kann. Es gilt also wichtige Leute kennen zu lernen und alles daran zu setzen, diesen auch im Gedächtnis zu bleiben. Ob da eine feierlich überreichte Visitenkarte genau das Richtige ist? Oder doch lieber das iPhone zücken und die Nummer speichern? Sind die 85 mal 55 Millimeter bedruckter Pappe veraltet und aus der Mode gekommen? Funktioniert die Visitenkarte im Rahmen der Digitalisierung überhaupt noch?

Vom Adelshaus zum Businessmeeting

Das Prinzip der Visitenkarte war vor 200 Jahren, also in ihrer Blütezeit, ein anderes. Allerdings hieß sie damals “Besucherkarte” und wurde nicht von Hand zu Hand weitergegeben. Ein Diener nahm sie entgegen und brachte die, nach einer bestimmten Regel gefaltete Karte, auf einem Silbertablett zum Hausherren. Dieser konnte an der Art des Knicks erkennen um welchen Anlass es sich handelte. Beschriftet war die Karte damals lediglich mit dem Namen. Das veränderte sich erst, als die Visitenkarte Teil des Geschäftslebens wurde und somit ihre heutige Bedeutung erlangte.

Du bist, was du gibst

Die aktuelle Funktion der Visitenkarte ist offensichtlich: Es geht darum die Kontaktdaten auszutauschen. Oder steckt doch ein bisschen mehr hinter den 85 mal 55 Millimeter bedruckter Pappe?

Ich habe zu dieser Thematik folgende Bilder vor Augen: Ein junger Geschäftsmann mit perfekt sitzender Frisur, gekleidet in einen maßgeschneiderten Italienischen Anzug, greift in die Innentasche seines Jacketts. Er holt eine kleine silberne Box heraus, öffnet sie und überreicht mit den Worten: ”Melden Sie sich bei mir, wenn es etwas Neues gibt”, seine Visitenkarte. Vielleicht haben Sie ein anderes Bild vor Augen, zum Beispiel aus einem Film. Mir kam noch diese Szene aus American Psycho in den Sinn. Eines ist jedoch sicher: Die Visitenkarte hat etwas mit Stil zu tun.

Statussymbol oder altes Relikt

Selbstverständlich können Namen und Adressen – gerade in Zeiten der digitalen Medien – auch mittels Touchpad aufgenommen werden. Und ein sehr teures Handy kann in dieser Situation auch einen guten Eindruck machen.

Aber gerade bei flüchtigen Treffen zeigen Visitenkarten ihre Stärke. Sie sind praktisch, wenn es schnell gehen muss. Außerdem haben sie nach wie vor Stil, zumindest manche. Von 85 mal 55 Millimeter Pappe lediglich bedruckt mit Name, Adresse und Telefonnummer ist heutzutage wohl niemand begeistert. Aber wie wäre es mit einer Visitenkarte, in Form einer Couch? Oder eine mit der man ein Bier öffnen, oder ein Fahrrad reparieren kann? So etwas bleibt im Gedächtnis und genau das wollen wir. Weg vom Standard und vielleicht sogar weg von der Pappe. Einfach kreativ werden. Auf dieser Seite sind einige Beispiele für moderne und auffällige Visitenkarten. Entwirf deine Visitenkarte, die zu dir passt, dann wirst du deinen Begegnungen im Gedächtnis bleiben. Und vielleicht bist du am Ende so überzeugt von deiner Visitenkarte, wie dieser Amerikaner.

Bei Fragen rund um das Thema Visitenkarte steht Ihnen Katharina Modjesch zur Verfügung.

0 Kommentare

Schreiben Sie einen Kommentar