Profilbilder als die neue Google-Werbung

Profilbilder als die neue Google-Werbung

Internetstartseite von Millionen privater Computer und Laptops: Google.
Doch bereits seit geraumer Zeit ist die Suchmaschine nicht mehr das einzige Steckenpferd des amerikanischen Internetgiganten. Der von Google eigens entwickelte Browser Chrome wird immer mehr genutzt und hängt sich Konkurrenten wie Firefox direkt an die Ferse. Ebenso verzeichnet das Google-Pendant zu Facebook, Google+, steigende Nutzerzahlen.

Eine Erfolgsstory aus dem Bilderbuch – im Internet. Seit einigen Tagen erscheint nun auf der Suchmaschinenstartseite und auf anderen Google-Seiten und -Anwendungen ein Hinweis auf eine Änderung der Nutzungsbedingungen. Diese wird ab dem 11. November 2013 in Kraft treten. Es stellt sich die Frage: Was wird anders?

Der User wird zum aktiven Werber seines Lieblingsproduktes
Die größten Änderungen trifft das Konkurrenzprodukt zu Facebook: Google+ lebt von der Beteiligung seiner Nutzer. Sie sammeln Freunde, schreiben Kommentare und können ein +1 geben, wenn ihnen etwas gefällt. +1 finden für die verschiedensten Sachen Anwendung: bei einem lustigen Kommentar, den Urlaubsfotos eines Freundes, einer ganzen Firmen oder aber einem Produkt. Ein kurzer Klick, der ab dem 13. November 2013 nicht mehr ohne Folgen bleibt, denn Google hat erkannt, dass sich hier ein ganzer Werbemarkt entwickelt hat.

Ab November 2013 ist durch die aktualisierten Nutzungsbedingungen von Google geregelt, dass ein +1 als eine positive Produktrezension fungieren kann. Ganz nach dem Motto „Wenn du es magst, dann kannst du auch dazu stehen” darf Google sowohl Usernamen als auch Profilbilder neben dem Produkt abbilden. Der User wird das neue Gesicht für seine Lieblingsschokolade – ob er will oder nicht.
Die Änderungen betreffen aber nicht nur Privatpersonen, auch Firmen, die +1 als Marketing-Instrument einsetzen, sind davon betroffen. Der Social Media-Markt ist in den letzten Jahren zu einer wichtigen Marketingkomponente in den Unternehmen geworden. Firmen investieren viel Geld, um Fans zu gewinnen und diese auch bei Laune zu halten.

Online „Kauf“ von Fans wird rechtswidrig
Bisher war es oft der Fall, dass sich Unternehmen Fans  einfach kauften. Die Popularität wurde so gesteigert und neue, richtige Fans konnten angelockt werden. Diese Methode rutscht jetzt von der Grauzone langsam aber sicher ins Illegale. Denn +1 ist eine offizielle Produktrezension und fällt also unter den §5 des Gesetzes gegen unlauteren Wettbewerb. Gekaufte +1 werden zu einem Verstoß gegen das Verbot irreführender Werbung.

Mein persönliches Fazit
Ich sehe die neuen Nutzungsbedingungen eher kritisch. Gut finde ich, dass ein wenig Klarheit geschaffen wird, wie ein +1 rechtlich zu betrachten ist und so auch gegen den Kauf von Fans vorgegangen werden kann. Aber Google sollte sich Gedanken machen, wie sie mit den Daten ihrer Nutzer umgehen. Sonst werden bald nicht nur die gekauften, sondern auch die echten User verschwinden.

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